Geschichte

FC Union Hülzweiler

Man schrieb das Jahr 1910, als sich ca. 25 junge Männer im damaligen Gasthaus "Neue Welt" in der Fraulauterner Straße zusammenfanden, um den noch in seinen Anfängen stehenden Fußballsport auch in Hülzweiler eine vereinsgemäße Grundlage zu verschaffen. Bis dahin war der Turnsport unter dem Motto:"frisch-fromm-fröhlich-frei" des Gründervaters Jahn, die beherrschende Sportart. Es müssen schon wahre Idealisten gewesen sein, die den ersten Fußballverein aus der Taufe gehoben haben, wenn man sich die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen, die wir heute als selbstverständlich ansehen, vor Augen führt:
Einen Sportplatz im heutigen Sinne gab es noch nicht; der Stellenwert des neuen Spiels aus England war gering; eine Unterstüzung der Gemeinde, oder anderen Institutionen wurde nicht gewährt. Im Gegenteil: Vorbehalte der Öffentlichkeit und Behörden mussten in vielerlei Hinsicht überwunden werden.
An alle diese Dinge müssen wir uns heute erinnern, um den Idealismus jener jungen Männer ermessen zu können, die mit ihrem Pioniergeist das Fundament für die Ausübung des Fußballsports in Hülzweiler gelegt zu haben. Nach nur vierjährigem Wirken wurde die Basisarbeit der Männer der ersten Stunde durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges jäh unterbrochen und das Vereinsleben erlosch in den Kriegsjahren völlig. Nach dem Krieg wurde der Verein im Jahre 1919 wiedergegründet.

Den Vorsitz übernahm der spätere Ehrenvorsitzende Alfons Kreutzer. Die gewachsene öffentliche Anerkennung des Fußballsports im Allgemeinen und die des Fußballsportvereins im Besonderen fand ihren Ausdruck in der Bereitstellung einer Spielfläche durch die Gemeinde im Jahre 1924 im Distrikt Sanken. Diese wurde im Jahre 1927 aus eigener Kraft in einem landschaftlich schön gelegenen Waldgebiet zu einer gern besuchten Sportstätte ausgebaut. Unter den jeweiligen Vorsitzenden Alfons Kreutzer, Mathias Jungmann, Josef Knerr, Josef Spies, Josef Kessler, Wendel Kiefer, Claudius Löb, Mathias Lesch, Nikolaus Wenzel und Alfons Speicher eroberte der Verein, der im Jahre 1924 durch die Gründung der DJK Konkurrenz im eigenen Ort erhalten hatte, eine herausragende Stellung im Ortsgeschehen. Über die Ortsgrenzen hinaus bekannte Spieler wie: Eugen Constroffer, Alfons Engstler, Albert Leblang, Georg Peter, Jakob Schmitt, sowie der in den zwanziger Jahren aus Rastatt nach Hülzweiler gekommene Sepp Kühn, waren Vorbilder der sportlichen Jugend.
Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges beeinträchtigte erneut das Vereinsleben, sowie den Spielbetrieb, da die meisten Spieler den Sportdress gegen die Uniform tauschen mussten. Ende 1944 kam durch die zweite Evakuierung das notdürftige Vereinsgeschehen ganz zum Erliegen.

Nach dem Kriegsende und Rückkehr in die vom Kriegsgeschehen stark gezeichnete Heimat, fanden sich wiederum Sportskameraden, wie: Nikolaus Braun, Albert Hesidenz, Alois Strauß, Josef Welte und Josef Wilhelm, die das Vereinsgeschehen wiederbelebten. Auch die wenigen, noch sporttauglichen aus Krieg und Gefangenschaft heimgekehrten Aktiven, wie: Oswald Blaß, Walter Fritzen (), Nikolaus Hubert, Rudolf Kalka, Alois Langenfeld, Hubert Löw (), Josef Rupp () u.a. stellten sich dankenswerterweise wieder zu Verfügung. Ein provisorischer Vorstand unter der Leitung von Albert Hesidenz konnte den Gründungsantrag beim Landratsamt in Saarlouis stellen.
Am 19.04.1946 fand nach erteilter Genehmigung durch die damalige französische Militärregierung die offizielle Gründerversammlung des FC Union Hülzweiler statt. Ein knappes Jahr später übernahm der später zum Ehrenvorsitzenden ernannte Walter Becker () die Führung des Vereins. Bis zur Fusion traten folgende Vorsitzende die Nachfolge an: Herbert Theobald, Klaus-Dieter Jakob, Heinz Bernard, Theo Dincher, Jakob Schulz, Ottmar Speicher, Jürgen Menke und wiederum Heinz Bernard.

Durch die 1947 erfolgte Gründung der Jugendabteilung, sowie die 1951 durch das heutige Ehrenmitglied Alfred Hesidenz ins Leben gerufene Tischtennisabteilung - deren Geschicke er über Jahrzehnte leitete-, erfuhr der Verein eine breitere Basis. Auch die 1958 gegründete AH-Abteilung bedeutete eine Bereicherung der sportlichen Aktivitäten. In den fünfziger Jahren wurde dann der Grundstein für das spätere erfolgreiche Abschneiden der aktiven Mannschaften gelegt, indem erfahrene Trainer das Potential vieler talentierter Spieler zur Geltung brachten. Eine besondere Würdigung verdient hierbei der Name Hubert Kröminger, der vor dem zweiten Weltkrieg als Mittelläufer des SV Saar 05 einer der herausragenden Spieler an der Saar war. Er war der erste vom FCU engagierte Übungsleiter, der systematisch und planmäßig das Training der Aktiven Mannschaften durchführte und damit erstmalig Grundlagen für eine gehobene Spielkultur schuf.

Spieler wie: Seppl Adams, Edi Becker, Josef Becking, Ewald Bernard, Hans Both, Alban Braun, Josef Braun, Raimund Braun, Karl-Heinz von dem Broch, Reinhold Görgen, Günter Groß (), Vinzenz Jacob, Reinhold Kühn, Edgar Ohlmann (), Günter Schmitt (), Ambrosius Theobald () und Seppl Welte profitierten von der Erfahrung dieser Trainer. Untrennbar mit dem sportlichen Aufstieg in dieser Zeit ist der Name des damaligen Leiters der Fußballabteilung und heutigen Ehrenmitgliedes Johannes Lessl verbunden, der über 17 Jahre die Fäden des FC Union mit Sachverstand und Engagement in Händen hielt.

Im Jubiläumsjahr 1960 kamen dann die Investitionen in Trainer und Jugendarbeit voll zum Tragen, denn unter der Leitung von Nikolaus Hubert wurde in der Saison 1960/61 die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte - und zwar in der B-Klasse- errungen. Diese Leistung erfuhr in der Spielzeit 1961/62 noch eine Steigerung, da die erste Mannschaft vor dem alten Rivalen aus Roden erneut die Meisterschaft, -diesmal in der A-Klasse- erringen konnte.

Diese Doppelmeisterschaft ist mit klangvollen Hülzweiler Spielernamen wie: Willi Christoffel, Werner Eisenbarth, Josef Körner, Gilbert Leblang, Horst Leblang, Georg Kessel, Guido Linn, Günter Löw (), Alfred Poggenpohl, Alfred Rupp, Adolf Schmitt, Klaus Schmitt, Reinhold Schmitt, Willibald Schmitt, Peter Stoffel, Josef (Seppl) Welte, und Werner Woll verbunden. Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war in der Saison 67/68 zu verzeichnen. Unter dem Trainer Alois Speicher aus Püttlingen gelang der Aufstieg in die damalige höchste saarländische Amateurliga. Zudem wurde im gleichen Jahr durch zwei Siege gegen den SV Oberthal als Meister der Zweiten Amateurliga Ost, der Titel des Landesmeisters der 2. Amateurligen errungen. Zusätzlich zu den vorgenannten Spielern sind hier noch die Akteure Hansi Engels, Werner Fritz, Roland Gabriel, Rolf Kraml, Rainer Praum und Ewald Stoffel zu erwähnen.

In der Folge spielte unsere Mannschaft in dieser Spielklasse eine gute Rolle, der Fußballsport war voll in die Dorfgemeinschaft integriert und die Spiele vor ein bis zweitausend Zuschauern war keine Seltenheit. Nach dem Abstieg aus der höchsten Amateurklasse im Jahre 1976 nahm unser langjähriger Kapitän und Ehrenspielführer Seppl Welte das Ruder als Trainer in die Hand und schaffte als Tabellendritter bereits ein Jahr später wieder den Aufstieg in die erste Amateurliga Saar. Seine Nachfolge trat 1979 der leider viel zu früh verstorbene Winfried Habermann () an, der sich bereits als Spieler und Trainer (1968-74) große Verdienste um unseren Verein erworben hatte. Über 15Jahre spielte unsere Mannschaft unter den Trainern: Alois Speicher, Winfried Habermann, Raimund Geimer, Seppl Welte und Horst Berg in der höchsten saarländischen Amateurklasse, eine Leistung, die sich sehen lassen kann. Zwischenzeitlich mussten die früheren Aktiven Karl-Heinz Mathieu und Mathias Schwinn, sowie der frühere Bundesligatorhüter von Borussia Neunkirchen, Horst Kirch als Interimstrainer in die Bresche springen.
In der Spielzeit 1981/82 setzte der Verein unter dem Trainer Horst Berg zu einem neuen Höhenflug an. Punktgleich mit St. Wendel kam es in Lebach zu dem Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Oberliga Süd-West, daß noch sehr vielen Fußballfreunden in Erinnerung ist und mit einem 1:7 Debakel aus unserer Sicht endete. Die sportliche Enttäuschung wurde aber mehr als ausgeglichen, da am 12.06.1982 das langersehnte Rasenstadion im neuen Sportzentrum am Schachen mit dem Gastspiel der Bundesligamannschaft des 1.FC Kaiserslautern seiner Bestimmung übergeben wurde, nachdem das alte Sportgelände im Sanken dem Autobahnbau weichen mußte.
Wie so oft im Leben Vereine, insbesondere Sportvereine, Höhen und Tiefen in ihrer Geschichte. Der FCU mußte nach über fünfzehnjähriger Zugehörigkeit zur 1. Amateurliga zehn mehr oder weniger wechselvolle Jahre erleben. Personelle Probleme im sportlichen Bereich, wie auch in der Vereinsführung führten zum Abstieg bis in die A-Klasse Saar. Ein Tiefpunkt in der Nachkriegsgeschichte des FCU war erreicht. Verantwortliche Männer des Vereins nahmen die Geschicke in die Hand und bauten u.a. mit jungen Hülzweiler Talenten eine hoffnungsvolle neue Mannschaft auf. Mit dem ehemaligen Oberligaspieler von Borussia Neunkirchen Dietmar Conrad konnte ein Übungsleiter verpflichtet werden, der den FCU innerhalb von 2 Spieljahren mit einer Doppelmeisterschaft in die Landesliga Südwest zurückführte, wo sie sich in der ersten Saison, ein Jahr vor der Fusion mit einem Mittelfeldplatz behaupten konnte.